Montag, 3. Oktober 2011

Wissen in 4 1/2

Viel ist passiert seit ich das letzte Mal die Zeit und Muse fand, diese Seite zu öffnen, um einen neuen Post zu schreiben.
Aber jetzt ist es soweit und ich habe Vieles zu erzählen. Ich werde mich auf die für euch wohl interessantesten Dinge beschränken.

1. Ihr habt nach den neuen Lehrern gefragt. Ich habe zwar nicht alle von den neuen Lehrern, denn davon gibt es viele, aber die, die ich habe, sind super genial gut.

-->Der neue English-Lehrer, Matthew, ist sehr e
ngagiert und klug, britisch, jung (das sind sie alle) und einfach ein guter Lehrer.
--> Der neue Bio-Lehrer ist suuuper interessant und weiß wirklich wovon er spricht. Er schafft es doch tatsächlich Bio interessant zu machen. Wir gehen häufig raus ausm Klassenraum und wandern aufm Campus rum und er erklärt uns alles was wir gerade lernen an den Beispielen auf dem Campus (wir behandeln gerade Pflanzen). Er hat auch unmengen Pflanzen in den Klassenraum geholt, um sie uns dort zeigen zu können. Und wenn wir durch die Gegend laufen und uns Pflanzen anschauen, ist es fast immer garantiert, dass er zwischendurch stoppt, w
eil er etwas entdeckt hat (eine Art Schmetterlin, eine andere Pflanze etc.) und dann beginnt uns völlig fasziniert davon zu erzählen.
Einmal haben wir in der 5-Minuten Pause einen Falt
er an der Wand außerhalbs des Klassenraums entdeckt und ihn darauf aufmerksam gemacht und er war total fasziniert und konnte uns sofort sagen welcher Gattung das Tier angehörte. Er hat ihn runtergeholt, um ihn dazu zu bringen an einem geeigneteren Ort zu ruhen. Es war nämlich eine Art Motte, die aber riesengroß war und an der Wand sehr offensichtlich war, aber sobald sie im Gras unter einer Bank saß, hätte ich schwören können, sie wäre ein verschrumpeltes Blatt, selbst als ich dicht ran ging. Das und der Umstand, das sie völlig bewegungslos blieb selbst bei wiederholter Berührung, sind die Tarnungsmechanismen dieser Motte.
--> Andrew, der neue ToK-Lehrer ist ein schwierigeres Topic. Er unterrichtet auch Psychologie, ein Fach, das dieses Jahr zum ersten Mal bei uns angeboten wird. Er ist also auch ein wahnsinnig interessanter Mensch, allerdings würde ich sagen, dass man ihm seine langen Jahre im Dienste der US-army anmer
kt... Aber ich glaube, er ist trotzdem ein hervorragender Lehrer. Ein gutes Beispiel, warum er so interessant ist, ist, dass sein Vater während der Kubakriese von 1962 (an die sich sicher einige von euch noch gut erinnern werden) gedient hat und in Florida stationiert war, eben genau aus diesem Grund. Das allein wäre schon super spannend, aber da wir gerade auch noch Fidel Castro in Geschichte behandeln, ist es doppelt so interessant.

So viel zu den neuen Lehrern. Von den restlichen neuen Lehrern kenn ich wirklich nur noch zwei, weil ich einen CAS mit ihnen habe - dazu mehr in meinem nächsten Punkt.

2. Die CASs.
Ich bin hochzufrieden mit meinen CASes dieses Jahr.
-->Mein kreativer CAS ist das Musical, was gut ist, weil ich daran ohnehin ständig werde arbeiten müssen. Bisher habe ich schon unzählige Stunden daran gesessen, alles zu planen und einen Proben-Plan bis Dezember zu erstellen. Wir 5, die das Musical dieses Jahr leiten, haben uns für "König der Löwen" entschieden. Allerdings mixen wir es mit der zweiten großen Show, die jed
es Jahr statt findet, den "Danzas del Mundo" (Tänze der Welt - ist genau was der Titel verspricht). Das kommt daher, dass uns gesagt wurde, dass dieses Jahr nur eins von beidem statt finden wird und weil beides wichtig für uns Schüler ist, werden wir die Tänze aus aller Welt eben in das Musical integrieren. Wir haben ne Menge wirklich geniale Ideen dazu, aber darüber werde ich euch mehr zu einem späteren Zeitpunkt berichten.
Wie dem auch sei, letzte Woche haben wir gute 6 Stunden mit dem Vorsprechen/-singen verbracht. Wir haben alle, die sich in die Liste eingetragen haben, in Gruppen unterteilt und eine Szene spielen lassen und jeden einzeln ein Lied vorsingen lassen. Das war ein(e) anstrengender, aber auch lustiger Nachmittag/Abend/Nacht. Das war Dienstag - zwisch
endurch hatten wir übrigens auch noch jede Menge andere Meetings... Als Resultat waren wir erst Nachts um 10 mit allen Gruppen fertig. Mittwoch haben wir gute 4 Stunden damit verbracht, die Besetzung auszusuchen. Es hat sich aber gelohnt. Ich bin mir sicher, dass das Musical ein genialer Erfolg werden wird.
--> Mein Service-CAS ist der kleine Laden, den wir Schüler auf dem Campus haben und in dem wir Süßigkeiten und Getränke verkaufen. Dieser CAS besteht darin, zwei Stunden pro Woche dort zu sitzen und Dinge zu verkaufen - er hat allerdings noch nicht angefangen.
--> Mein Action-CAS ist nochmal sehr aufregend. Ich bin wirklich froh, dass ich eine von den 12 Glücklichen bin, die in dies
en CAS gekommen ist (über 40 wollten rein): Klettern. Ja, richtig Klettern. Bisher gehen wir zu einer Halle - jeden Montag 3 Stunden lang. Aber im Laufe des Jahres wollen wir auch mal draußen klettern gehen. Es ist genial: Hervorragendes Training für meinen Oberkörper, meine Arme, meine Bauchmuskeln und auch die Beine.

3. Meine Fake-Birthday-Party
Das war einfach geeeenial.
Aaaalso, lasst mich die Geschichte von Anfang an erzählen:
Es war einmal vor langer Zeit... Nein, Scherz. Also, ihr wisst vielleicht, dass auf Facebook, wenn man es zulässt, der G
eburtstag angezeigt wird. Das ist bei mir der Fall. Allerdings, aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen, hat sich das Datum geändert, sodass es der als der 26. September angezeigt wurde. Vielleicht wisst ihr auch, dass es bei uns Tradition ist, Geburtstage am Abend vorher, entweder um Mitternacht oder zwischen 10 und 11 zu feiern - auf verschiedene Arten. Manchmal wird man mit Kuchen und allerlei Überraschungen beglückt, manchmal mit Wasser oder deutlich ekligeren Dingen beschüttet und DANACH mit Kuchen und allerlei Überraschungen beglückt. Jedenfalls, hatten mich schon ne Menge Leute den ganzen tag über angesprochen, ob am nächsten Tag wirklich mein Geburtstag sei und ich musste es immer wieder abstreiten. Am Abend (um 10) saß ich dann gemütlich auf meinem Bett und lernte vorbildlicher Weise meine Spanisch-Vokabeln, als plötzlich Maria (second-year, Österreich) und Fabian (first-year, GB) hereinkamen und mir ganz aufgeregt erzählten, dass Viljami (first-year, Finnland) einen super guten Kuchen gebacken hätte, den ich unbedingt probieren müsse. Okay, an diesem Punkt hab ich mich gewundert, aber eigentlich hätte ich sofort Bescheid wissen müssen. First of all: Maria und Fabian sind beide sehr gute Freunde von mir, ja, aber zusammen würde sie NIE an meine Tür klopfen. Und zweitens, Viljami ist zwar bekannt dafür, viel zu backen, aber wieso sollte er so einen genialen Kuchen backen, um ihn dann an alle Leute zu verfüttern? Und warum sollten die zwei Schlaumeier unbedingt mich von diesem Kuchen probieren lassen?? Es ergab also alles nicht so wirklich Sinn, aber da auf diesem Campus wirklich literally alles möglich ist, haben die Alarmglocken in meinem sonst so hervorragend ToK-geschulten Kopf nicht geschrillt, sondern nur leise vibriert. Ich habe also meine Spanisch-Vokabeln geschnappt und bin den Zweien hinaus gefolgt. Ich hab nochmal nachgefragt, ob ich auch wirklich richtig gehört hatte, dass Viljami einen Kuchen gebacken hatte und beide bejahten es heftig und sponnen ihre kleine Geschichte weiter. Viljami war noch aus einem zweiten Grund eine wirklich hervorragende Wahl für diesen Plan, denn er wohnt in Montezuma, der Residence schräg gegenüber von meiner. Wenn ich dorthin will, ist es am schnellsten für mich, über die große Grasfläche in der Mitte der Residencen zu gehen. Das haben wir auch gemacht - in der Mitte war Aura (second-year, Finnland), die von Weitem rief, dass wir uns beeilen sollte, weil es zwar unmengen seien und sie viele Leute bräuchten, um es alles aufzuessen, aber es sicher bald alles weg sei.
Also haben wir uns beeilt und - weiß der Geier wie -

Maria und Fabian haben es geschafft mich vorweg laufen zu lassen in einem genügend großen Abstand um....
Als ich in der Mitte der Wiese war, völlig aus dem Nichts (es war ja dunkel), bekam ich einen riesen Eimer Wasser über den Kopf geschüttet. Erst wusste ich nicht wie mir geschah, dann hörte ich den Gesang: "Happy Birthday to you" Klatsch, Klatsch, Klatsch...
Meine ersten Worte? "This is brilliant. My Spanish is wet!" Und dann habe ich Dominic (second-year, Bahamas), Maria (second-year, Schweiz) die beide auch involviert waren und alle anderen umarmt und sie haben mir erklärt wie es dazu kam. Aber vorher hab ich natürlich etwas warmes zum Anziehen bekommen, denn ich war wortwörtlich bis auf die Unterwäsche nass.
Die ganze Sache war also so gewesen: Aura hatte auf Facebook gesehen, dass Morgen mein Geburtstag sein sollte und war völlig geschockt zu den beiden Marias gegangen, von denen sie erwartete, dass sie das wüssten. Irgendwann dann bekamen auch Fabian und Dominik in die ganze Sache involviert. Sie waren sich jedenfalls alle nicht sicher und waren völlig aufgelöst, weil sie gar nichts für mich vorbereitet hatten. Aber weil sie sich eben nicht sicher waren, ob es wirklich mein Geburtstag am Nächsten Tag war und es ihnen allen komisch vorkam, haben sie schließlich zum sichersten Mittel gegriffen, um die Wahrheit zu erfahren: Sie sind zu meiner Residence-coordinatorin gegangen und haben sie gefragt. Maritza hat eine Liste mit unseren Geburtstagen (auf der mein richtiger Geburtstag auch steht), aber meine lieben Freunde haben auch dieser Liste nicht ganz vertraut und sind schließlich zur Administration gegangen und haben dort in meinem Reisepass nachgeschaut. Ja, so viel nehmen Freunde hier auf sich...
Als aber dann schließlich fest stand, dass es nicht mein Geburtstag war, haben sie beschlossen als "Strafe" und Scherz diese kleine "Fake-Birthday Party" zu organisieren.
So kam es, dass ich und meine Spanisch-Vokabeln uns völlig durchnässt in der Mitte der Residencen wiederfanden.

4. Last but not least: Die Schlammschlacht.

And now the super-awesome part by me,guess who? ;)
I'm suppossed to be watching a movie trailer about drugs for the sur americano semana but I'm writing laura's blog and marlene's laughing at my poor attempt and laura's laughing too, they're ..hmmm, I think the discussion we're having a rather(kinda..) interesting discussion about drugs<-please don't erase this! :)

Okay, das war Ori... Und weil er drum gebeten hat, lass ich den Part drinnen...

Also, jetzt zurück zu 4. Die Schlammschlacht.

Fabian (first-year, GB) hatte sich am Samstag ein Einrad gekauft und wollte nun damit rumfahren. Also sind wir zu einem Berg gewandert - ungefähr eine halbe Stunde von der Schule entfernt. Als wir den Campus verließen regnete es schon, als wir auf dem Berg ankamen fing es an zu gießen. Ich weiß nicht, ob ihr euch diesen Regen vorstellen könnt, wir haben so etwas gar nicht in Deutschland... Also waren wir schon mal pitschnass. Also, der Hügel war sehr sehr schlammig. Aber schlammig auf eine gute Art und Weise.
Fabian hat also eine Weile versucht runterzufahren, aber weil es so rutschig war, ist er immer auf halben Wege umgefallen. Also sind wir weiter hochgeklettert und haben (immer noch im strömenden Regen) ein Wettrennen die hälfte des Berges hinunter veranstaltet. Er ist auf dem Einrad gefahren und ich bin gelaufen.
Irgendwann hat er das Unicycle aufgegeben und wir haben angefangen zu versuchen, an der glitschigsten Stelle bergauf zu laufen. Ein Ding der Unmöglichkeit. Dabei jedoch sind wir hingefallen und irgendwie ist das Ganze dann in eine kolossale Schlammschlacht ausgeartet. So eine geniale Schlammschlacht hatte ich noch nie... Es war als wären wir wieder Kinder. Und wir haben mit dem Schlamm Dinge gebaut - Burgen, die aber eher wie große Hügel aussahen.
Als wir schließlich beschlossen zurück zur Schule zu gehen, wurden wir auf der Straße ganz schön komisch angeguckt. Ich kanns aber auch niemandem verdenken: Zwei Jugendliche, die beide über und über mit Schlamm bedeckt sind, Schlamm in den Haaren, Schlamm im Gesicht, Schlamm üüüberall, noch dazu klitschnass sind und von denen einer auf einem Einrad umherfährt... Es muss schon ein komisches Bild gewesen sein.
Zurück auf dem Campus, haben wir gemerkt, dass wir die Zeit völlig vergessen hatten - wir hatten keine Ahnung wie lange wir schon weg gewesen waren. Das result: Wir hatten das Mittagessen verpasst.
Weil wir aber vor Hunger nach diesem aufregenden Tag fast umkamen, sind wir trotzdem in die Cafeteria gegangen. Als die Tias uns sahen, waren sie ganz erschrocken und haben uns erstmal Kaffee und heiße Milch gegeben und nach einer Weile, weil wir immer noch so bedröppelt dastanden, haben sie uns auch noch Kekse gegeben. Als wir diesen kleinen Not-Snack verputzt hatten, haben wir uns gegenseitig mit einem Gartenschlauch abgesprüht und dann, als das Gröbste weg war, unter eine heiße Dusche gehüpft. Um dem Ganzen einen schönen Abschluss zu verleihen, haben wir uns noch heiße Tomatensuppe gekocht und dann bin ich totmüde ins Bett gefallen.

Das sind also die Dinge, die hier so passieren. Das alles war übrigens letzte Woche. Seitdem ist schon wieder soooo viel passiert, aber ihr habt sicher genug zu tun, das alles hier jetzt erstmal zu lesen.

In Liebe

Eure

Lauri

P.S.
Anbei noch ein par Fotos von den letzten Tagen.



Mittwoch, 21. September 2011

Frieden

Einen frohen Weltfriedenstag! Happy Peace Day! Feliz Día de la Paz!

Wir feiern heute den Weltfriedenstag. Wir tanzen und wir laden ein und wünschen unseren Lieben zu Hause einen ebenso schönen Tag wie wir ihn haben!

Gestern saß ich im Geschichtsunterricht und der kleine, drollige Hund des Chemie-Lehrers kam herein. Paz ist sein Name (das ist Spanisch für Frieden - wie passend). Er bleibt neben Dave (mein Geschichtslehrer) stehen und sieht zu ihm hoch. Dave guckt runter: "What's up?"

Vor ein par Tagen kam ich zu meinem Raum zurück und über meinem Namen an der Tür hing ein kleiner gelber Zettel. Darauf stand geschrieben: "Un arco iris vive aquí. Te quiero Laura!" "Ein Regenbogen lebt hier. Ich hab dich lieb, Laura!" Später habe ich rausgefunden, dass Hatty aus GB mir den Zettel geschrieben hatte.

Wenn ich Abends in die Residence komme, um Maritza (meine neue Residence-Koordinatorin) bescheid zu sagen, dass ich da bin (check-in nennt sich das), umarmt sie mich und fragt mich wie es mir geht und wir scherzen darüber, dass wir immer müde sind.

Es kommt häufig vor, dass ich nachts um 10 Uhr Lust bekomme laufen zu gehen. Ich finde immer jemanden, der mir Gesellschaft leistet.

Wenn ich morgens aufwache, scheint die Sonne und begrüßt mich in dem neuen Tag. Und manchmal, wenn ich Glück habe, taucht sie alle in so goldenes Licht, dass ich nicht anders kann als auf dem Weg zur Cafeteria stehen zu bleiben und zu versuchen diese Schönheit mit den Augen aufzusaugen.

Es kommt häufig vor, dass man in der Schlange zum Mittagessen steht und vor einem steht Mauricio, der Schulleiter, und man beginnt ein Gespräch mit ihm und isst Mittag zusammen. In der Parade zum Tag der Unabhängigkeit Costa Ricas ist er rumgegangen und hat uns Getränke ausgeteilt.

Manchmal komme ich Nachts in die Residence und es spielt Musik und eine Gruppe von Leuten tanzt in der Mitte des Wohnbereiches und ich tanze einfach mit. Es ist egal, wie es aussieht.

Mein Englisch-Lehrer macht kleine Stunts im Unterricht.

Im Spanisch-Unterricht hat sich letzte Woche viel um die Schwester von Paula (meine Spanisch-Lehrerin) gedreht. Sie lag in den Wehen und das ist das erste Baby in der Familie seit 17 Jahren.

Ich bin glücklich und erfüllt. Ich liebe diesen Ort.

Eure

Lauri

Sonntag, 18. September 2011

Versprochen ist versprochen

Mein lieben Leser/innen,

ich hab's euch versprochen und hier ist es: Ein Post nur für Bilder mit kurzen Beschreibungen.
Bitte einen Trommelwirbel für die ultimativen ersten Bilder des UWCCR-Schuljahres 2011/2012, das schon jetzt wunder-super-riesig schön und spannend und erfüllend ist.


Die ersten Bilder sind alle von dem super-tollen Roble-Alto Camp (das erste Camp, welches jedes Jahr in der zweiten Woche statt findet):
Beim Essen...

Aber die meisten Bilder von Roble Alto stammen von der None-talent-Show:

Alle Lehrer und sonstige Mitarbeiter, die mit uns zum Camp gefahren waren, haben zusammen einen Song gesungen und später noch einen Sketch performed.


Wir tanzen sehr viel hier im UWCCR...

Mein neuer Englisch-Lehrer Matt.

Amy und Evan aus den USA... Alles was da so schwarz geschrieben ist, sind die Worte des Liedes zu welchem sie dann getanzt haben. Also sie haben immer das Körperteil gezeigt, dessen Wort gerade im Lied vorkam - ziemlich cool...

So gegen Mitternacht dan hnabe ich meinen Lieblingswitz erzählt...

Das waren die Gesichtsausdrücke wähernd ich erzählte.

Das große Aufbrechen und belagern der Busse, um zurück zum Campus zu kommen.



Mein Buddy, Fionn aus Irland und ich.


Letzte Woche haben wir beschlossen, einen "Die Residence-Schön-Mach-Tag" zu haben, an welchem wir lauter Flamingos kleine und auch sehr große gebastelt und sie aufgehängt haben. Außerdem haben wir angefangen hinter unserer Residence einen Garten anzulegen. Und eine Gruppe hat für uns alle ein einmalig gutes Mittagessen als krönenden Abschluss gekocht.







So sehen unsere Freitagabend/-nacht-Beschäftigungen aus... (Keine Sorge: Maria, die dort hängt, war in einer Zirkusschule und weiß was sie tut)


Gestern Nacht ist mir die brilliante Idee gekommen, dass wir (Maggie, first-year aus Canada, Sophie, second year aus UK und ich)
doch mal mit verbundenen Augen den Weg vom Tor bis zum Mosaik (bei den Residencen) gehen sollten und dabei Fotos machen. Gesagt, getan und hier sind drei dabei entstandene Bilder. Übrigens: Für den gesamten Weg, für welchen wir normalerweise 5-10 Minuten bräuchten, benötigten wir 50 Minuten. Es kam uns aber viel weniger vor - eine einmalige Erfahrung:

Hier waren wir am Ziel.


Das sind also ein par Eindrücke meines Lebens hier, aber es ist nur ein Bruchteil von allem, was so vor sich geht...

Grüße

Eure

Lauri

Sonntag, 11. September 2011

Heile, heile Gänschen

Hey ihr Lieben,

ich melde mich seit langem mal wieder, allerdings nur kurz, da es anstrengend ist und lange dauert zu schreiben, weil mein linker Ringfinger bandagiert ist und ich ihn nicht bewegen darf...

Die Ärzte sagen, er ist nicht gebrochen, also ist es halb so schlimm wie es sich anhört. Es tut nur ziemlich weh. Und niemand scheint über den Grund überrascht zu sein: Ich bin gegen eine Wand gerannt... Ausversehen natürlich...

Jedenfalls ist es ziemlich frustrierend, weil das jetzt schon das zweite Mal in einer Woche ist, dass ich einen Arzt konsultieren musste und letztes Jahr bin ich darum komplett herum gekommen... Ich hatte wirklich gar nichts.
Achso, das erste Mal, welches ich erwähnte war grad mal zwei Tage her... Da bin ich gegen eine Couch gelaufen (das Leben hier ist abenteuerlich...) und hab mir dabei einen gut einen Zentimeter langen Splitter unter den Nagel meinen linken großen Zehes gerammt... Bevor ich das entdeckt hab, hab ich mich aber erst einen Tag lang gewundert warum es so weh tut. Jedenfalls war der Splitter so tief und so schmerzhaft, dass der Doctor mir drei Betäubungsspritzen in meinen Zeh geben musste, damit es nicht so weh tut, wenn er ihn rauszieht. Ich glaube die Spritzen haben bald mehr weh getan als der Sülitter selbst... (Eine zwischen den großen Zeh und den daneben, eine in die Seite des großen Zehes und eine (ich krieg immer noch Schauer wenn ich an diese zurückdenke) in die Kuppe meinen großen Zehes, direkt unter den Splitter... Aber dann war alles gut und ich hab den Zeh für den Rest des Tages nicht mehr gespürt, Ich konnte am Abend sogar tanzen gehen.

Ich komme mir vor wie eine alte Dame, dass ich euch nur von meinen ganzen Wehwehchen berichte... Aber mein nächster Post wird fast nur aus Bildern über die letzten Wochen bestehen, denn Bilder sagen mehr als tausend Worte!

Bis dahin

Eure

Lauri

Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Freitag, 26. August 2011

Juhuuuu

Hello meine Lieben,

die Zeit vergeht mal wieder wie im Flug, ich kann nicht fassen, dass es schon Freitag ist. Ich hab schon wieder jede Menge blauer Flecken (weiß auch nicht woher ich die immer alle kriege), Aura aus Finnland hat suggeriert ich hätte ADHS, ich hab zusammen mit Mario, Maria (Österreich) und Maria (Schweiz) schon einen Song umgeschrieben und ein Video dazu gemacht, ich habe große Schritte in Fragen Studien- und Berufswahl gemacht, ich hab eine Ausbildung zum Camp-Leader (für das Camp nächste Woche) genossen und ich habe mit dem Rest meines Committes für das diesjährige Musical unsere Auswahl auf zwei Optionen reduziert, die wir uns Sonntag um 3 anschauen. Außerdem war ich noch mit meinen First-years aus Deutschland (Lena und Genia) und Mario essen und hab Zeit mit meinem Buddy, der aus Irland kommt verbracht. Heute muss ich noch mit meinem neuen EE-supervisor sprechen, um 3 hab ich ein Meeting für die Show, die wir second-years für unsere first-years organisieren (die steigt Morgen) und um 6 hab ich auch ein Meeting, aber ich weiß schon nicht mehr worum es dabei ging, ich lass mich einfach überraschen.
All das in so kurzer Zeit... Kaum zu glauben.
Es ist superschön so viel zu tun zu haben, auch wenn ich ständig müde bin. Am Mittwoch war ich so aufgeregt und dadurch überdreht, weil ja die firsties anfingen anzukommen, dass ich mich alle par Stunden hinlegen musste um die ganze verbrauchte Engergie wieder aufzutanken.

Jetzt muss ich auch wieder zu nem Meeting.

Love,

Eure

Lauri

Dienstag, 23. August 2011

In memory of Gustavo

Ich bin wieder zurück.

Ein neues Schuljahr, ein neues Design - ich hoffe es gefällt euch.

Ich bin seit gestern Morgen um ca. 8 Uhr 30 wieder auf dem Campus, aber in dieser Zeit ist schon so viel passiert, ich hatte schon so viele Meetings und schöne Erlebnisse, dass es mir vorkommt (und auch gestern Mittag schon vorkam) als sei ich schon seit Wochen wieder hier.
Es ist wirklich herrlich wieder hier zu sein und auch diese zwei Tage lang den ganzen Campus nur für sich zu haben (also nur wir second-years). Ab Morgen kommen wie first-years auch... Es gibt sooo viel zu tun, so viel zu erledigen, es ist überwältigend und wunderschön. Ich kann dieses Gefühl nicht in Worte fassen und wenn ich es könnte würde ich es nicht tun, aus Angst, dass ihr es nicht verstündet, da ihr ja noch nie in einem UWC wart und es nicht verstehen könnt. Ich wünschte ihr könntet es, es ist herrlich.

Allerdings musste ich auch eine traurige Nachricht hören als wir gestern um 9 das erste Meeting (von vielen) hatten.
Ich habe euch sicher schon mal von Gustavo erzählt. Er war letztes Jahr für das CAS-Büro zuständig, lebte auf dem Campus und war sehr aktiv in unsere Leben eingespannt. Er war jung, engagiert und lebenslustig, sehr unterstützend und hilfsbereit. Umso weniger kann ich verstehen, warum er sterben musste. Ja, Gustavo ist tot. Und er konnte nicht mal in Frieden gehen. Irgendwer hat beschlossen ihn, der nur 30 Jahre alt war, mit zwei Messerstichen in die Brust das Lebens zu berauben. Es mag sein, dass das distanziert klang, wenn dem so ist, wisset, dass es daher kommt, dass ich es einfach noch nicht begreifen kann. Noch vor 3 Monaten habe ich mit ihm gesprochen, ihn aus seinem Haus gleich neben meinem Zimmer kommen sehen und jetzt ist er einfach nicht mehr da.
Heute hatten wir eine Trauerfeier mit seiner Familie zusammen und haben einen Baum für ihn auf dem Campus gepflanzt, aber das alles schien mir sehr unwirklich.
Dies war meine erste Begegnung mit dem Tod eines nahen Menschens und ein weiteres Erlebnis auf diesem UWC, das mir viel gelehrt hat.

Im gleichen Meeting, in dem ich erfahren habe, dass Gustavo von uns gegangen ist, hat Mauricio, unser Schulleiter, uns verkündet, dass seine Freundin schwanger ist. Ist diese Welt nicht ein verrückter Ort?

Ich wünsche euch nur das Beste

Eure

Lauri

Freitag, 27. Mai 2011

Es war einmal...

Du meine Güte,

die letzten Wochen ist sooooo unglaublich viel erzählt, dass ich es nicht alles erzählen kann, aber es war super schön, wenn auch immer noch stressig... Wie es scheint, heißt hier Schulschluss nicht gleich Stressschluss.

Aber warum bin ich jetzt überhaupt in der Lage euch diesen Blog zu schreiben? Ich sollte nämlich jetzt eigentlich schon in meinem Flug nach Newark sitzen, um Morgen zu Hause zu sein...
Tja, das ist eine lange Geschichte...
Es war einmal an einem wunderschönen Freitag-Morgen um 4 Uhr, dass klein Laura sich mit vielen anderen Schülern in den Schulbus begeben hat (nach ungefähr 10 Stunden ohne Schlaf übrigens), um zusammen zum Flughafen zu fahren und nach Hause zu fliegen, in alle Himmelsrichtungen.
Doch, Schreck, im Bus fällt ihr etwas schreckliches auf: Sie hat ihre Visa-Karte bei einer Freundin in der Schule vergessen. Da es aber nicht viel gab, was sie da nun hätte tun können, beschloss sie, den Sommer eben ohne Kredit-Karte zu verbringen. Wozu bräuchte sie die in Deutschland denn ohnehin?
Aber dann, als sie summend ihres Weges zum Gepäckaufgeben und Ticket abholen schlendert, kam ein schreckliches Monster aus dem Gebüsch gesprungen. Das Monster hatte die Form eines ESTA. Eine Art Durchreisegenehmigung für die USA. Der nette kleine Herr hinter dem Schalter, versuchte bestimmt eine halbe Stunde das ESTA zu besiegen, welches stetig rief:"Passage not authorized" und sich heftig dagegen wehrte gebändigt zu werden. Aber ohne ESTA konnte die kleine Laura nicht durch die US reisen, und wenn es nur für 3 Stunden war.
Also beschloss der kleine Herr, zu einer mächtigeren Waffe zu greifen. Er hieß Laura mit ihm zu kommen und sie folgte ihm durch einen Gang in einen anderen Gang, welcher unglaublich schmal war und irgendwo blinkte ein Exit-Zeichen. Es ging um eine Kurve und dann durch eine andere Tür (eine von vielen), durch einen anderen engen, grauen Gang und um eine letzte Ecke und da waren sie angelangt.
Sie befanden sich in einem kleinen Raum, mit stein-zeit Computern, die tweilweise aussahen, als würde jemand gerade etwas programmieren. Die Tastaturen vielen almost auseinander und die Mäuse sahen beinahe aus wie wirkliche Mäuse. Die drehbaren Bürostühle mit den verschliessenen schwarzen Stoffbezügen schienen sogar noch älter zu sein und quietschten als sich klein Laura setzte. In der Ecke ratterte eine kleine Maschine, deren kleine Metallnadel stetig über ein fortlaufendes Blatt lief, sie schien jedoch nur leere Seiten zu produzieren. Laura hoffte auf Rettung vor dem ESTA, denn das war es ja wofür sie hergebracht worden war. Der Herr öffnete eine Internet-Seite, die INternetseite der ESTA. Schlagen wir den Feind mit seinen eigenen Waffen war das Motto dieser zweiten großen Schlacht. Der Herr verschwand allerdings und lies Laura alleine mit der Seite klar kommen. Es ging darum, das ESTA noch einmal neu zu beantragen. An diesem Punkt war Laura noch relativ zuversichtlich, sollte erwähnt werden. Aber dann kam es zu dem unvermeindlichen Punkt an dem ESTA zurück schlug. 14 Dollar sollte Laura zahlen. Allein in einem komischen Uhrzeit-Raum in den tiefsten Gedärmen des Flughafens saß Laura und ihr wurde klar, wie grässlich es war, die Visa-Karte zu vergessen.
Aber, wie im jedem guten Märchen, kämpft Laura natürlich nicht ganz alleine fürs Gute. Also läuft sie all den Weg wieder raus zu ihren kleinen Freunden, die immer noch entspannt rumstehen. Tatsächlich findet sich eine Heldin mit einer Visa-Karte und sie begleitete Laura zurück in den kleinen Raum. Alle Daten eingetippt, sollte es endlich zu einem Happy-End kommen, aber ach... Wie schrecklich, die Karte wurde nicht aktzeptiert. Also ging es wieder raus. Verzweifelt rief Laura um Hilfe und schließlich bekam sie diese von der Mutter eines second-years aus Mexico. Eine wirklich goldige Frau, die eine gute Stunde versuchte Laura zu helfen, das ESTA zu bekommen und ihr auch ihre Visa-Karte zur Verfügung stellte und, was das Beste war, als erstes Laura weit den Mund öffnen lies und ihr einen magischen Trank gab. Bachblütentropfen.
Frisch gestärkt fuhr Laura den Kampf gegen ESTA fort, aber nichts half. Also machten die zwei sich gemeinsam auf den Weg, um Hilfe zu finden, denn der kleine Mann war wie om Erdboden verschluckt. Glück im Unglück hatten sie, als sie auf eine hoch kompetente Dame trafen, die sich Laura's und ihres Schicksals für über eine Stunde annahm. Die Mutter-Heldin hatte übrigens Laura ihre Sache gebracht, als sie mit der neuen Helferin beschäftigt war, obwohl sie gerade davor erst auf eine Frage hin geantwortet hatte, dass sie nur noch 20 Minuten hätte, bis ihr Flug ginge. Dafür ist Laura ihr noch heute unendlich dankbar.
Jedenfalls rief irgendwann die Amerikanische Botschaft im Flughafen an, um über das Laura-ESTA Gefecht zu reden.
Nach viiiiielem und mehrstündigen hin und her, wurde Laura schließlich gesagt, sie müsse zur US-Botschaft gehen, um das Ganze zu klären.

Lasst mich so fortfahren:
Ich bin mit dem nächsten Bus zurück zur Schule gefahren und hab versucht irgendwen dazu zu bringen, mich zur Botschaft zu fahren, aber niemand wollte oder hatte Zeit. Also habe ich schließlich ein Taxi genommen. Als ich bei der Botschaft schließlich den richtigen Eingang gefunden hatte, wurde ich noch nicht einmal reingelassen, sondern nach einigem Warten kam eine Dame raus und meinte, es sei nichts zu machen, der einzige Weg, wie ich noch durch die US fliegen könne, wäre mit einem US-Visa... Also solle ich doch jetzt ein Visa beantragen, welches 150 Dollar kostet und wofür ich ein persönliches Interview mit irgendwem brauche, welches ich aber aller frühestens, wenn ich ganz doll dränge, nächsten Dienstag kriegen könne. Bis ich das Visa dann endlich wirklich hab und ich meinen neuen Flug buchen könnte (falls ich das Visa denn bekäme), hätte es dann natürlich noch einige Tage gedauert. Mit diesen Informationen bin ich nach Hause gefahren und angefangen zu arbeiten.
Irgendwann saß ich mit nem Telefonhörer in der Hand auf dem Boden der Administration, während Mario einen Meter weiter mit einem anderen stand und wir beide redeten auf irgendwelche Bürokraten ein. (Mario hat mir sehr viel geholfen bei allem)
Die deutsche Botschafterin, mit der wir telefonierten, meinte, sie würde generell nie jemandem raten durch die US zu fliegen, weil die es einfach mögen Macht zu haben und sie sinnlos zu benutzen...
Letztendlich lief es darauf hinaus, dass ich einen neuen Flug gebucht hab, der nicht über die US geht. Am Montag.

Es ist schon sehr komisch. Die ganzen letzten Tage war ich regelrecht traurig nach Hause zu gehen, weil ich gerne noch länger hier bleiben wollte. Aber als klar wurde, dass es tatsächlich überhaupt keine Möglichkeit mehr für mich gäbe, noch meinen Flug zu erwischen heute, hat mich mit einem Schlag so ein riesiges Heimweh gepackt, wie ich es schon ewig nicht mehr hatte. Interessant, anscheinend ist es einfacher nicht nach Hause zu wollen, wenn man tatsächlich weiß, dass man am nächsten Tag daheim ist, aber wenn es auf der Kippe steht, oder, wie bei mir jetzt, einfach mal ein par Tage nach hinten verschoben wird, wirds kritisch...

Ich freue mich auf zu Hause

Liebe Grüße

Eure

Lauri